Deutsch! Demo soll Image retten!

Die Neonazi-Täter kamen aus Thüringen, doch der Begriff von der Zwickauer Terrorzelle macht seitdem die Runde. „Mit Zwickau hat das Ganze nichts zu tun, trotzdem hat sich der Begriff festgesetzt“, beklagt Sabine Zimmermann, Bundestagsabgeordnete aus Zwickau und Regionalvorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes in ihrer Heimat.

Für Zwickau, eines der wenigen Industriezentren des Landes, könnte der Ruf als Terrorzelle verheerende Folgen haben. „Ein großer Teil der Firmen, die sich hier in den vergangenen zwei Jahrzehnten angesiedelt haben, exportieren ihre Güter. Die müssen sich nun erklären“, sagt Zimmermann.

Die Stadt Zwickau, nur 90 Kilometer vom Geburtsort der toten Neonazis Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos sowie ihrer Komplizin Beate Zschäpe in Jena entfernt gelegen, hat sich in den vergangenen Jahren als Wirtschaftsstandort etabliert. Neben Volkswagen siedelten sich zahlreiche Automobilzulieferer an.

Zwei Wochen nach der Explosion des Hauses in Zwickauer Stadtteil Weißenborn, wo die mutmaßliche Terrorzelle ihren Unterschlupf hatte, haben die Verantwortlichen der Stadt die wirtschaftliche Gefahr erkannt und beginnen damit, sich gegen den drohenden Imageschaden zu wehren. Den Auftakt machten am Montag die Zwickauer Grünen, die mit einer Mahnwache an die Opfer rechtsextremer Gewalt erinnerten.

Zwickaus Bürgermeisterin Pia Findeiß (SPD) hat bis dahin die denkbar schwierige Aufgabe, das ramponierte Image der Stadt in den Medien halbwegs wieder aufzubessern. Die ansonsten resolute Politikerin spricht dabei zurückhaltend von einem „bösen Zufall“, der ihre Stadt vor zwei Wochen ereilte. „Das hätte genauso in Erfurt, Magdeburg, Ingolstadt oder sonst wo passieren können“, sagt sie.

Auch sei Zwickau nicht im Verdacht, in der Vergangenheit den Nährboden für das Entstehen einer rechten Szene gelegt zu haben, gibt Findeiß zu bedenken. So gebe es zwar hier und da ein Aufflackern der Rechtsextremen – NPD und DSU sind mit jeweils einem Abgeordneten im Stadtparlament vertreten – allerdings seien die Einwohner keinesfalls rechtslastig. „Seit 15 Jahren gibt es in der Stadt ein Bündnis gegen rechte Gewalt – das die Stadt auch finanziell unterstützt. Und in ganz Zwickau finden sie keine einzige Nazischmiererei“, sagt Findeiß.

In der Frühlingsstraße im Stadtteil Weißenborn, wo die Neonazis Böhnhardt, Mundlos und Zschäpe über drei Jahre in einer Doppelhaushälfte wohnten, ist man offenbar schon soweit. Der erste Schock sei verdaut und gäbe es nicht den ganzen Rummel um das Haus, wäre die Sache wohl schon abgehakt, sagt eine Frau aus der Nachbarschaft der explodierten Doppelhaushälfte. „Wären hier nicht jeden Tag die ganzen Touristen und Kamerateams, würden wir wahrscheinlich fast gar nicht mehr darüber reden“, sagt die Mittfünfzigerin, während sie die Rabatten in ihrem Vorgarten winterfest macht.

(via Freie Presse)

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4 Antworten auf „Deutsch! Demo soll Image retten!“


  1. 1 geil 21. November 2011 um 18:58 Uhr

    die witzige diskussion gibts allerdings bei den trotteln vom skandalsender:
    http://www.mdr.de/nachrichten/zwickauer-trio180_zc-e9a9d57e_zs-6c4417e7.html

  2. 2 Rene alias Spinnereibote 07. Dezember 2011 um 21:29 Uhr

    Hallo Zwickau, bleibe einfach die schöne Stadt, die Du schon immer warst. Scheiß auf rechtsradikale Freaks und Medienjunkies – Du bist und bleibst weltoffen, typisch sächsisch und vor allem Robert-Schumann-Stadt.

  3. 3 hallozwickau 12. Dezember 2011 um 11:06 Uhr

    Hallo Spinner, bitte dergleichen Müll gegen Gebühr bei der zuständigen „Wert“-stoffsammelstelle abladen. Hier nix!

  1. 1 Kopf hoch, Zwickau: Vorschläge zur Nachnutzung des „Nazihauses“ « Hallo Chemnitz! Pingback am 23. November 2011 um 17:49 Uhr
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