Journalismus von Welt

Da können sich die Schmierfinken von Heimatzeitung, Heimatradio & Heimatverein mal eine Scheibe abschneiden:


Eine Postkarten-Collage, die so in Zwickau vermutlich nicht verkauft wird

(via Welt)

Zwickau ist genauso scheiße wie der Rest der Zone!

Ein Fernsehbeitrag westdeutscher Journalisten erregt die Einwohner einer ostdeutschen Stadt. HZ! dokumentiert eine verpasste Chance das Zwickauer Image aufzupolieren:

Offenbar gibt es bestimmte Bereiche und Themen, die, wenn sie angesprochen werden, offenlegen, dass Ost und West noch deutlich weiter auseinander liegen als immer angenommen. Oder es gibt noch immer sehr stabile Klischees und Vorurteile. Aus dem Westen der Republik bekamen wir auf diesen Beitrag fast keine negative Kritik.

Die Autorinnen Güner Balci und Anna Riek hatten ursprünglich in Zwickau drehen wollen, dann ergab sich im Lauf der Recherche, dass in Jena zwei interessante Gesprächspartner zu Verfügung stünden.

Es wäre großartig, wenn wenigstens ein Bruchteil dessen, was da an Protesten gegen den Beitrag hochkocht, bei den Opfern ankäme – und zwar in Form von Hilfe und Solidarität, in Form von Aufklärung und Hinsehen.

Die HZ!-Redaktion meint: Jena ist genauso scheiße wie der Rest der Zone!

(via Jenanews)

Glühwein wird seinem Namen endlich gerecht!

Der traditionelle Zwickauer Weihnachtsmarkt wurde heute endlich eröffnet:

Das nennt die HZ-Redaktion „vorglühen“!

„Unglaublich wie der glüht!“, stellten viele Zwickauer entgeistert fest.

Selbst die Kleinsten durften mal kosten: „Aber nix der Alten erzählen! Kapiert!“

Na dann mal: „Prost!“

HZ! fordert Abriss korrekt!

Der Anfang ist gemacht, aber jetzt bitte keine halben Sachen!!

Die Stadt Zwickau, die ihren Ruf durch die Affäre um die Terrorgruppe Nationalsozialistischer Untergrund sowieso schon geschädigt sieht, dringt jedenfalls auf einen vollständigen Abriss (…) „Ich sehe ansonsten die Gefahr, dass die Rechtsextremisten daraus eine Kultstätte machen werden – nach dem Schema: „Hier haben unsere Märtyrer gewohnt“. Und das will ich nicht“, sagt Oberbürgermeisterin Pia Findeiß (SPD).

In nicht ganz zufälliger Übereinstimmung mit dem Zwickauer PARTEI-Programm schließt sich die Redaktion von Hallo Zwickau! unserer knallharten Oberbürgermeisterin an und fordert den sofortigen Komplettabriss! Wir sehen ansonsten die Gefahr, dass die Rechtsextremisten aus Zwickau eine Kultstadt machen! Um ihre berufliche Zukunft braucht sich die OB im Übrigen nicht sorgen: nach unseren Informationen winkt ihr ein Vorstandsposten in einem führenden deutschen Abrissunternehmen.

(via Hamburger Abendblatt)

Deutsch! Demo soll Image retten!

Die Neonazi-Täter kamen aus Thüringen, doch der Begriff von der Zwickauer Terrorzelle macht seitdem die Runde. „Mit Zwickau hat das Ganze nichts zu tun, trotzdem hat sich der Begriff festgesetzt“, beklagt Sabine Zimmermann, Bundestagsabgeordnete aus Zwickau und Regionalvorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes in ihrer Heimat.

Für Zwickau, eines der wenigen Industriezentren des Landes, könnte der Ruf als Terrorzelle verheerende Folgen haben. „Ein großer Teil der Firmen, die sich hier in den vergangenen zwei Jahrzehnten angesiedelt haben, exportieren ihre Güter. Die müssen sich nun erklären“, sagt Zimmermann.

Die Stadt Zwickau, nur 90 Kilometer vom Geburtsort der toten Neonazis Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos sowie ihrer Komplizin Beate Zschäpe in Jena entfernt gelegen, hat sich in den vergangenen Jahren als Wirtschaftsstandort etabliert. Neben Volkswagen siedelten sich zahlreiche Automobilzulieferer an.

Zwei Wochen nach der Explosion des Hauses in Zwickauer Stadtteil Weißenborn, wo die mutmaßliche Terrorzelle ihren Unterschlupf hatte, haben die Verantwortlichen der Stadt die wirtschaftliche Gefahr erkannt und beginnen damit, sich gegen den drohenden Imageschaden zu wehren. Den Auftakt machten am Montag die Zwickauer Grünen, die mit einer Mahnwache an die Opfer rechtsextremer Gewalt erinnerten.

Zwickaus Bürgermeisterin Pia Findeiß (SPD) hat bis dahin die denkbar schwierige Aufgabe, das ramponierte Image der Stadt in den Medien halbwegs wieder aufzubessern. Die ansonsten resolute Politikerin spricht dabei zurückhaltend von einem „bösen Zufall“, der ihre Stadt vor zwei Wochen ereilte. „Das hätte genauso in Erfurt, Magdeburg, Ingolstadt oder sonst wo passieren können“, sagt sie.

Auch sei Zwickau nicht im Verdacht, in der Vergangenheit den Nährboden für das Entstehen einer rechten Szene gelegt zu haben, gibt Findeiß zu bedenken. So gebe es zwar hier und da ein Aufflackern der Rechtsextremen – NPD und DSU sind mit jeweils einem Abgeordneten im Stadtparlament vertreten – allerdings seien die Einwohner keinesfalls rechtslastig. „Seit 15 Jahren gibt es in der Stadt ein Bündnis gegen rechte Gewalt – das die Stadt auch finanziell unterstützt. Und in ganz Zwickau finden sie keine einzige Nazischmiererei“, sagt Findeiß.

In der Frühlingsstraße im Stadtteil Weißenborn, wo die Neonazis Böhnhardt, Mundlos und Zschäpe über drei Jahre in einer Doppelhaushälfte wohnten, ist man offenbar schon soweit. Der erste Schock sei verdaut und gäbe es nicht den ganzen Rummel um das Haus, wäre die Sache wohl schon abgehakt, sagt eine Frau aus der Nachbarschaft der explodierten Doppelhaushälfte. „Wären hier nicht jeden Tag die ganzen Touristen und Kamerateams, würden wir wahrscheinlich fast gar nicht mehr darüber reden“, sagt die Mittfünfzigerin, während sie die Rabatten in ihrem Vorgarten winterfest macht.

(via Freie Presse)